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Das Prinzip 3D - Die 3 Dimensionen des optimalen Trainings

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Trainingskonzept

Entsprechend der individuellen Ziele und Fähigkeiten des Schülers wird ein Trainingskonzept erarbeitet. Hat eine Spielerin oder ein Spieler zum Beispiel das Ziel, ein Handicap im niedrigen, einstelligen Bereich zu erzielen, wird nicht nur auf die Konstanz im Schwung, sondern auch auf eine präzise, korrekte Technik geachtet. Hat eine Spielerin oder ein Spieler weniger leistungsorientierte Ambitionen, wird der Schwung zwar technisch korrigiert, jedoch eher auf ein gleich bleibend konstantes, aber technisch nicht unbedingt zu ambitioniertes Niveau gebracht. Auch auf körperliche Beeinträchtigungen wie z.B. Rückenprobleme wird hier besonders geachtet. Der Schwung wird in diesen Fällen so angepasst, dass ein möglichst schmerzfreies Spielen möglich ist.

Wichtig ist, dass Lehrer und Schüler eine gemeinsame Vision entwickeln, wie der Schwung im Einzelnen und das Spiel im Ganzen schließlich aussehen sollen. Dieses Ziel wird konsequent verfolgt, indem aber auch schnell erreichbare Zwischenziele gesteckt werden, die ihrerseits zu einem Erfolgserlebnis führen.

Technik und Individualität

Grundlage für jede Trainingsphilosophie und Trainingsausrichtung sind die in den Teaching Manuals der PGA of America und PGA of Germany festgelegten Techniken. Diese bieten ein umfangreiches Spektrum an verschiedenen Techniken und Theorien. 

Die Entscheidung für eine der zahlreichen Techniken wird auf Basis der individuellen Voraussetzungen und Ziele jedes einzelnen Schülers getroffen. Unter Berücksichtigung physischer Voraussetzungen, des Alters, sportlicher Ziele, vorhandener Schwungtechnik, mentaler Voraussetzungen, etc. kann erst definiert werden, welche Technik für das Erreichen der individuellen Zielsetzungen des Schülers anzuwenden ist. 
Beispiel: Es gibt ein breites Spektrum von diversen Griff-Möglichkeiten, die sich alle im Rahmen des technisch Korrekten befinden. Bei Schüler X, der Probleme mit dem linken Sprunggelenk hat, führt ein neutraler Griff (beeinflusst durch andere Fehler im Schwung) zu einer noch stärkeren Fade-Tendenz. Hier bietet sich ein stärkerer Griff an. Bei Schüler Y hingegen, der Probleme mit den Handgelenken hat, ist ein neutraler bis schwacher Griff besser geeignet. Dieser blockiert tendenziell das Winkeln der Handgelenke, was zwar zu etwas Längenverlust führt, aber auch den Schmerz beim Schwung und vor allem Treffmoment verringert. Diese Beispiele machen anschaulich, dass nicht eine bestimmte Technik auf alle Schüler anwendbar ist, sondern dass individuelle Einflussfaktoren die Auswahl der Technik bestimmen.
Es ist daher essenziell, die individuellen Voraussetzungen des Schülers genau zu kennen, sich stetig mit ihm darüber auszutauschen und diese immer wieder zu überprüfen.

Die 3 Dimensionen des optimalen Trainings (3D)

Wie bereits erläutert, führen mehrere Komponenten zur individuellen Trainingsstrategie und damit zum Erfolg für jeden Schüler. Es handelt sich dabei um die „Physischen Voraussetzungen“, „Mentalen Voraussetzungen“ und „Technischen Voraussetzungen“. Diese drei Elemente sollten für einen perfekten Trainingsplan im Optimalfall gleich gewichtet sein. Ist dies nicht der Fall, müssen die jeweiligen Ziele verändert oder -falls möglich- Voraussetzungen angepasst werden. 
Jedes Element beeinflusst das andere. 

„Physische Voraussetzungen“: messbare Kriterien wie Fitness-Zustand (Ausdauer, Kraft, Verhältnis der einzelnen Muskelgruppen zueinander), Erkrankungen, Gelenkbeschwerden, etc. Je nach Zielsetzung des Schülers werden hier detaillierte Tests der einzelnen Komponenten empfohlen.

"Mentale Voraussetzungen“: hier sind v.a. die „weichen Faktoren“ der Persönlichkeit gemeint; z.B. Ehrgeiz, Nervosität im Wettkampf, Durchhaltevermögen, Kampfgeist, etc. Aber auch die Art des Lerntyps (visuell, taktil, kinäesthetisch und auditiv).

"Technik“: messbare Kriterien der Korrektheit der bereits erlernten Technik und des Wissensstandes des Schülers. -Diese 3 Komponenten bilden die Grundlage für das individuelle Trainingskonzept für jeden Schüler, der damit im Rahmen seiner individuellen Ziele mit Freude zum Erfolg kommt. Die 3 Dimensionen des optimalen Trainings bilden die Grundlage der Trainingsphilosophie von Daniela Mitterer, die für den Schüler nur ein einziges Ziel verfolgt: „Pleasure & Performance“.

Fallstudien

Anhand zweier unterschiedlicher Beispiele wird dargestellt, wie unterschiedlich die Elemente des der 3 Trainingsdimensionen sein können und wie individuell das Training dementsprechend angepasst wird.

Schüler 1: Mann, über 60 Jahre, physische Beeinträchtigung durch chronische Schmerzen im Rücken. Handicap 25. Zielsetzungen weniger auf Technik als auf das Erreichen von Schlagweite bezogen.  
Um die alters- und erkrankungsbedingten Beeinträchtigungen des Schülers auszugleichen und das Spiel schmerzfrei zu gestalten, muss der Schwung (sowohl Rück- als auch Durchschwung) verkürzt werden. Dem Schüler muss beigebracht werden, dass Schlagweite unter diesen Voraussetzungen keine geeignete Zielsetzung ist. Krankengymnastik und gezielte Stärkung der Muskulatur im Rücken werden empfohlen. Statt dessen muss diese vermeintliche Schwäche des Schülers durch das Optimieren des kurzen Spiels ausgeglichen werden. Hält sich der Schüler an diese Trainingsausrichtung stellen sich schon bald Erfolgserlebnisse durch gute Spielerlebnisse ein.

Schüler 2: Jugendlicher, 15 Jahre, keinerlei körperliche Beeinträchtigung, Fitnesszustand jedoch zum Erzielen von Höchstleistungen optimierbar. Handicap 1. Zielsetzung: Pro.
Bei diesem Schüler wird bereits der Fitnesszustand genau analysiert. Sowohl Ausdauer (als Basis für durchgehende Konzentrationsfähigkeit) als auch gezielter Muskelaufbau werden in den Trainingsplan integriert. Die Schwungtechnik wird bis ins Detail perfektioniert, jedoch darauf geachtet, dass die Natürlichkeit des eigenen Schwunges erhalten bleibt. Während Schüler 1 auch beim eigenständigen Training viel Betreuung benötigt, kann und soll Schüler 2 eigenständig viel spielen und trainieren.